Überblick Aufhebungsvertrag

Inhalt

 

In einem Aufhebungsvertrag vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und zwar entweder sofort oder zu einem von ihnen festgelegten späteren Zeitpunkt.


Wichtig!

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Ihre Unterschrift „hebelt“ den Arbeitnehmerschutz aus.

Form

 

Der Vertrag kann nur schriftlich geschlossen werden, beide Seiten müssen ihn also unterschreiben. Weil das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet wird, spielt es keine Rolle, ob und welchen Kündigungsschutz der Arbeitnehmer besitzt. Der Betriebsrat braucht nicht beteiligt zu werden und die Kündigungsfrist muss nicht eingehalten werden. Mit seiner Unterschrift verzichtet der Arbeitnehmer quasi auf alle Schutzrechte als Arbeitnehmer. Das macht Aufhebungsverträge so gefährlich.

 

Lassen Sie sich nicht überrumpeln

 

Es kommt immer wieder vor, dass Mitarbeiter überraschend zu einem Gespräch gebeten werden, in dem ihnen ein Aufhebungsvertrag zur Unterschrift vorgelegt wird. Meist wird dem Betroffenen eine Abfindung angeboten. Häufig werden ihm wirkliche oder vermeintliche Pflichtverletzungen vorgeworfen und ihm wird mit einer Kündigung gedroht.

 

Von Ihrer Unterschrift kommen Sie nicht mehr los

 

Unterschreiben Arbeitnehmer in einer solchen Situation, gibt es für Sie meist kein „Zurück“. In den allermeisten Fällen gelingt es nicht, sich von einem einmal unterzeichneten Aufhebungsvertrag zu lösen. Sie sollten deshalb in solchen Gesprächen immer zuerst Ruhe bewahren. Unterschreiben Sie nichts übereilt. Lassen Sie sich nicht drängen und bestehen Sie auf einer Bedenkzeit. Wägen Sie die Vor- und Nachteile eines Aufhebungsvertrags genau ab. Meist ist es nicht sinnvoll ihn zu unterschreiben und es ist besser, eine Kündigung abzuwarten und sich dann ggf. in einem Kündigungsschutzprozess zu einigen.


Wichtig!

Wer unterschreibt, bekommt erstmal kein Arbeitslosengeld.

Vergessen Sie die Agentur für Arbeit nicht

 

Wer einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet, gegen den setzt das Arbeitsamt in den allermeisten Fällen eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld von 12 Wochen fest. Schon deshalb sollte ein Aufhebungsvertrag nie übereilt und erst nach einer Bedenkzeit und einer anwaltlichen Beratung geschlossen werden. Nur so können Sie die Ihnen sonst drohenden Nachteile so weit möglich vermeiden und erreichen, dass der Vertrag die Beendigung des Arbeitsverhältnisses auch in Ihrem Sinne und nicht nur einseitig zum Vorteil Ihres Arbeitgebers regelt.


Machen Sie sich klar, was Ihr Arbeitgeber „gewinnt“

 

Bei Ihren Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber sollten Sie stets im Auge behalten, dass Sie mit Ihrer Unterschrift unter den Vertrag auf wichtige Schutzrechte, insbesondere Ihren Kündigungsschutz, verzichten und Ihren Arbeitsplatz aufgeben. Dies sollte Ihrem Arbeitgeber etwas wert sein, deshalb zahlt er meist eine Abfindung. Weil Sie mit Ihrer Unterschrift „freiwillig“ das „Feld räumen“, ersparen Sie Ihrem Arbeitgeber eine Kündigung und einen – aus seiner Sicht – zu erwartenden langen Kündigungsschutzprozess, der für ihn mit erheblichen Risiken und einem ungewissen Ausgang verbunden ist.

 

Die Abfindung muss nicht alles sein

 

Arbeitgeber wissen, dass es nicht einfach ist, eine wirksame Kündigung auszusprechen und dass Kündigungsschutzprozesse daher für sie immer mit erheblichen Risiken verbunden sind. Abfindungsangebote unterbreiten sie deshalb schon im eigenen Interesse und nicht aus Entgegenkommen oder Verbundenheit gegenüber dem betroffenen Mitarbeiter. Machen Sie sich das immer bewusst, verhandeln Sie hartnäckig und geben Sie nicht zu schnell nach. Ein Abfindungsangebot Ihres Arbeitgebers ist meist nicht sein letztes Wort. Kommen Sie bei der Abfindung nicht weiter, versuchen Sie, andere Vorteile für sich auszuhandeln. Normalerweise lohnt es sich intensiv zu verhandeln und dies nicht nur um eine hohe Abfindung sondern auch um andere Ihnen wichtige Punkte.


Unser Tipp:

Die Abfindung ist nicht alles.

Ein gutes Zeugnis sollte mindestens drin sein

 

Ein gutes Zeugnis sollte dabei selbstverständlich sein, denn es „kostet“ Ihren Arbeitgeber nichts.

 

Denken Sie vor allem an eine Freistellung bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses, aber vielleicht auch an einen späteren Beendigungstermin. Er lässt Ihnen mehr Zeit für Bewerbungen und erspart Ihnen möglicherweise eine Lücke im Lebenslauf.

 

Verhandelbar ist aber auch, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen die Kosten einer Beratung durch einen guten Anwalt für Arbeitsrecht und/oder einen Steuerberater ganz oder bis zu einer bestimmten Höhe erstattet. Bei leitenden Mitarbeitern gilt dies oft auch für die Kosten einer Outplacement-Beratung.

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