Überblick Kündigung

Wichtig!

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Abfindungen werden nicht automatisch gezahlt, sondern ausgehandelt.

Nach einer Kündigung gibt es nicht automatisch eine Abfindung

 

Für die meisten Arbeitnehmer ist ihr Job auch ihre Existenzgrundlage. Nicht nur deshalb stellt eine Kündigung für nahezu jeden Beschäftigten einen tiefen Einschnitt dar. Schon deshalb klagen viele Betroffene gegen ihre Kündigung. Das führt dazu, dass die meisten Arbeitsgerichtsprozesse Kündigungsschutzprozesse sind. Der größte Teil von ihnen endet mit einem Vergleich, wobei fast immer die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung vereinbart wird. Darauf dürfte der weit verbreitete Irrtum beruhen, dass der Arbeitgeber nach einer Kündigung immer eine Abfindung zahlen muss. Ebenfalls weit verbreitet ist der Irrtum, die Höhe von Abfindungen richte sich nach festen Regeln. Tatsächlich sind Abfindungen immer das Ergebnis von Verhandlungen.

 

Entscheidend ist der Kündigungsschutz

 

Die einzelnen Abschnitte des Kapitels Kündigung sollen Ihnen zeigen, wie stark Ihr Schutz vor einer Kündigung Ihres Arbeitgebers ist und welche Fehler er beim Ausspruch einer Kündigung machen kann. Damit allein werden Sie aber ohne fachkundigen Rat die Wirksamkeit Ihrer Kündigung meist nicht verlässlich beurteilen können. Sie werden aber erkennen, warum Sie in einem Kündigungsschutzprozess bei einer Vertretung durch einen versierten Fachanwalt für Arbeitsrecht meist gute Chancen haben, eine Abfindung zu bekommen oder Ihren Arbeitsplatz zu behalten.

 

Manche Arbeitgeber setzen sich bewusst über die Gesetze hinweg

 

Oft haben die Betroffenen ein ganz gutes Gespür dafür, ob und warum ihre Kündigung unwirksam ist. Manche Kündigungen sind ohnehin schon deshalb unwirksam, weil der Arbeitgeber sich bewusst über die gesetzlichen Vorgaben hinweggesetzt hat. Weil einige Betroffene nicht klagen und weil die meisten Kündigungsschutzprozesse verglichen werden, gehen einige Arbeitgeber, die sich unbedingt von einem bestimmten Mitarbeiter trennen wollen, bewusst das Risiko eines für sie erfolglosen Prozesses ein. Für den Fall, dass der Arbeitnehmer gegen die Kündigung klagt, kalkulieren sie von vornherein die Zahlung einer – ggf. auch höheren – Abfindung ein.


Wichtig!

Um eine Abfindung zu bekommen, müssen Sie rechtzeitig klagen.

Klagen müssen Sie binnen drei Wochen

 

Eine Kündigungsschutzklage muss binnen drei Wochen erhoben werden. Danach ist die Kündigung automatisch wirksam und Sie können nichts mehr dagegen tun. Ihr Arbeitgeber wird Ihnen dann auch keine Abfindung mehr zahlen. Daher müssen Sie auch dann binnen drei Wochen gegen Ihre Kündigung klagen, wenn Sie sich noch nicht entschieden haben, ob Sie Ihre Arbeit behalten oder ob Sie lieber eine Abfindung wollen.

 

Einigen sollten Sie sich erst vor Gericht

 

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen schon vor der Klageerhebung ein Angebot macht, ist dies meist nicht sein letztes Wort. Gespräche und Verhandlungen über eine Abfindung sind auch deshalb außerhalb oder vor einem Kündigungsschutzprozess für Arbeitnehmer meist nicht sinnvoll.

 

Häufig sind sie nicht erfolgversprechend. Der Angesprochene glaubt nämlich oft, die andere Seite scheue einen Kündigungsschutzprozess und suche deshalb das Gespräch. Dann ist es schwierig, sich auf eine angemessene Abfindung zu einigen. Meist ist es deshalb sinnvoller, über eine Abfindung erst im Kündigungsschutzprozess und unter Vermittlung des Gerichts zu verhandeln. Ein vor dem Arbeitsgericht geschlossener Vergleich hat zudem den Vorteil, dass dann, zumindest wenn Sie von einem erfahrenen Fachanwalt für Arbeitsrecht vertreten werden, normalerweise – anders als bei außergerichtlichen Vergleichen – keine Probleme mit dem Arbeitsamt entstehen.


Wichtig!

Arbeitgeber „kaufen“ mit der Abfindung Ihren Arbeitsplatz.

Die Abfindung ist der „Kaufpreis“ für Ihren Arbeitsplatz

 

Eine Abfindung zahlt ein Arbeitgeber nur deshalb, weil er Ihnen damit Ihren Arbeitsplatz – aus Angst, den Prozess zu verlieren – „abkauft“. Natürlich will der Arbeitgeber Ihnen auch im Kündigungsschutzprozess am liebsten gar keine oder nur eine geringe Abfindung zahlen, meist scheut er aber das Risiko, dass Sie den Prozess gewinnen und er Sie „wieder einstellen“ muss. Das will Ihr Arbeitgeber nicht nur wegen des „Geredes“ im Betrieb nicht, sondern auch deshalb nicht, weil er dann ihr rückständiges Gehalt an Sie und das Arbeitsamt nachzahlen bzw. erstatten muss. Das ist meist teuer, deshalb schließen fast alle Arbeitgeber in einem Kündigungsschutzprozess lieber einen Abfindungsvergleich.

 

Welche Risiken für einen Arbeitgeber bei einer Kündigung bestehen und was er alles falsch machen kann, darum geht es in den folgenden Abschnitten dieses Kapitels.

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