Überblick Kündigung

Wichtig!

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Abfindungen werden nicht automatisch gezahlt, sondern ausgehandelt.

Der Kündigungsschutz

 

Allen Arbeitnehmern, die in einem Betrieb mit mehr als 10 Mitarbeitern länger als 6 Monate arbeiten, darf nur unter engen Voraussetzungen gekündigt werden. Sie besitzen den sog. allgemeinen Kündigungsschutz. Ihr Arbeitgeber darf ihnen nur verhaltensbedingt oder – bspw. beim Wegfall des Arbeitsplatzes – betriebsbedingt oder – etwa wegen einer Erkrankung – personenbedingt kündigen.

 

Einige Personengruppen, wie Betriebsräte, Schwerbehinderte, Schwangere oder Eltern in Elternzeit sind wegen ihrer besonderen Situation noch stärker vor Kündigungen geschützt. Ihren Schutz bezeichnet man als besonderen Kündigungsschutz. Man spricht auch von Sonderkündigungsschutz. Besteht er, dürfen Arbeitgeber nur mit Zustimmung eines Dritten – bspw. einer Behörde – kündigen.

 

Deshalb werden Abfindungen gezahlt

 

Viele Kündigungen sind unwirksam, weil die Arbeitgeber diesen Schutz der Betroffenen nicht oder nicht ausreichend beachten. Manchmal setzen sie sich auch ganz bewusst darüber hinweg. Wenn Sie oder Ihr Anwalt dies rechtzeitig erkennen, wird es für Ihren Arbeitgeber teuer.

 

Viele Arbeitsrichter sind arbeitnehmerfreundlich, auch deshalb lassen sich Arbeitgeber vor Gericht fast immer auf eine Abfindung ein. Die meisten Arbeitnehmer klagen daher vor allem gegen ihre Kündigung, weil sie eine möglichst hohe Abfindung wollen und nicht weil sie weiter arbeiten möchten. Deshalb wird das Kündigungsschutzgesetz manchmal auch als „Abfindungsgesetz“ bezeichnet.

 

Abfindungen gibt es nicht automatisch

 

Das erklärt, warum die meisten Arbeitsgerichtsprozesse Kündigungsschutzprozesse sind und fast immer mit der Zahlung einer Abfindung enden. Darauf beruht wohl der verbreitete Irrtum, dass jeder nach einer Kündigung automatisch eine Abfindung bekommt. Das ist genauso falsch, wie der ebenfalls sehr verbreitete Irrtum, die Höhe von Abfindungen richte sich nach festen Regeln. Tatsächlich sind Abfindungen immer das Ergebnis von Verhandlungen und hängen vor allem von den Chancen und Risiken des Kündigungsschutzprozesses ab. Man muss sie erkennen und dann gut verhandeln.

 

Um nach einer Kündigung nichts falsch zu machen, aber auch um Ihre Position für Ihre Verhandlungen über die Abfindung zu stärken, sollten Sie sich auf Arbeitsrecht.online auch darüber informieren, was Sie nach einer Kündigung tun und beachten müssen.

 


Wichtig!

Arbeitgeber „kaufen“ mit der Abfindung Ihren Arbeitsplatz.

Abfindungen sind der „Kaufpreis“ für den Arbeitsplatz

 

Eine Abfindung zahlt ein Arbeitgeber so gut wie nie „freiwillig“, sondern nur um Ihnen Ihren Arbeitsplatz „abzukaufen“. In Kündigungsschutzprozessen wollen Arbeitgeber meist keine oder nur eine kleine Abfindung zahlen. Fast immer scheuen sie aber das Risiko, den Prozess zu verlieren, und lassen sich daher schließlich doch auf eine vernünftige Abfindung ein. Deshalb wird vor Gericht vor allem über deren Höhe verhandelt, wobei es manchmal zugeht wie auf einem Basar.

 

Verliert Ihr Arbeitgeber den Prozess, muss er Sie wieder „einstellen“. Das will er meist schon wegen des damit verbundenen Gesichtsverlustes und des anschließenden „Geredes“ im Betrieb nicht. Es kommt hinzu, dass Ihr Arbeitgeber dann auch noch Ihr Gehalt an Sie und das Arbeitsamt nachzahlen bzw. erstatten muss. Deshalb einigen sich fast alle Arbeitgeber in einem Kündigungsschutzprozess mehr oder minder schnell auf eine Abfindung. Je größer ihr Risiko ist, den Prozess zu verlieren, umso mehr zahlen sie.

 

Am Wichtigsten für solche Verhandlungen ist Erfahrung

 

Ihr Anwalt und Sie werden deshalb nur dann bei Ihrer Abfindung nichts verschenken und Ihre Möglichkeiten voll „ausreizen“ können, wenn er erfahren genug ist. Nur dann erkennt er Ihre Chancen und Risiken vor oder im Prozess frühzeitig und zuverlässig. Das ist aber die Voraussetzung dafür, mit der notwendigen Hartnäckigkeit zu verhandeln, ohne dabei „zu überziehen“.

 

Abfindungen hängen vor allem davon ab, ob die Kündigung wirksam ist

 

Die einzelnen Abschnitte des Kapitels Kündigung sollen Ihnen zeigen, wie stark Ihr Schutz vor einer Kündigung ist und welche Fehler Arbeitgeber bei einer Kündigung unterlaufen können und welche immer wieder vorkommen. Damit werden Sie die Wirksamkeit Ihrer Kündigung zwar noch nicht genau einschätzen könne, sie sehen aber, warum Kündigungen so oft unwirksam sind und warum sich eine Klage dagegen fast immer lohnt.

 

Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl

 

Oft haben die Betroffenen ein gutes Gespür dafür, ob und warum ihre Kündigung unwirksam ist. Verlassen Sie sich darauf und lassen Sie sich dann auf jeden Fall von einem erfahrenen Anwalt für Arbeitsrecht beraten.

 

Manche Arbeitgeber ignorieren die gesetzlichen Vorgaben einfach und sprechen, wenn sie sich unbedingt von jemandem trennen wollen, ganz bewusst eine unwirksame Kündigung aus. Sie hoffen dann, dass der Betroffene es nicht merkt und vor allem, dass er nicht dagegen klagt. Falls doch, kalkulieren sie von vornherein die Zahlung einer – dann besonders hohen – Abfindung ein. Sie bekommen sie aber nur, wenn Sie oder Ihr Anwalt Ihren Arbeitgeber durchschauen, deshalb entsprechend hartnäckig verhandeln und nicht zu früh nachgeben.


Wichtig!

Um eine Abfindung zu bekommen, müssen Sie rechtzeitig klagen.

Klagen müssen Sie binnen drei Wochen

 

Ihre Kündigung wird von selbst und endgültig wirksam, wenn Sie dagegen nicht innerhalb von drei Wochen klagen. Danach ist es zu spät und Sie können nichts mehr dagegen tun. Ihr Arbeitgeber wird Ihnen dann auch keine Abfindung mehr zahlen. Deshalb sollten Sie rechtzeitig gegen Ihre Kündigung klagen und zwar auch dann, wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie lieber eine Abfindung wollen oder Ihre Arbeit behalten möchten.

 

Einigen sollten sich möglichst erst vor Gericht

 

Gespräche und Verhandlungen über eine Abfindung sind für Arbeitnehmer vor einem Kündigungsschutzprozess meist nicht sinnvoll und deshalb selten. Wenn Ihr Arbeitgeber schon vor einer Klage das Gespräch sucht, ist sein Angebot bestimmt nicht sein letztes Wort.

 

Wer von seinem Gegenüber – egal ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer – angesprochen wird, glaubt oft, die andere Seite suche das schnelle Gespräch, weil sie Angst vor einem Kündigungsschutzprozess hat oder weil der Mitarbeiter schon eine neue Stelle hat. Das schwächt die Position der Seite, die den ersten Schritt tut. Zumindest glaubt die Gegenseite das dann oft. Deshalb gelingt es meist ohne Klage – unabhängig vor der knappen Zeit – nicht, sich auf eine angemessene Abfindung zu einigen.

 

Fast immer ist es deshalb besser, über eine Abfindung erst nach einer Kündigung und dann auch erst im Gütetermin des Kündigungsschutzprozess unter Vermittlung des Gerichts zu reden. Wenn man sich auskennt, hat ein vor dem Arbeitsgericht geschlossener Vergleich gegenüber einem außergerichtlichen Vergleich außerdem den großen Vorteil, dass es danach keine Schwierigkeiten mit dem Arbeitsamt gibt.

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